Vor unserem Reiseabschluss im Grossstadtdschungel, reisten wir nach Nikkō. Unser Hotel lag etwas ausserhalb in Kinugawa-Onsen; wieder ein bekannter Kurort Japans. Am Bahnhof wurden wir von einer hupenden Dampflok begrüsst und auf dem Bahnhofplatz bot sich die erste Möglichkeit in einem Onsen die Füsse zu baden. Für uns ging es zuerst einmal ins Hotel – die knapp 1.5 Kilometer legten wir im Taxi zurück.




Im Hotel, ein in die Jahre gekommender Betonkasten, wurden wir dann von einem ausgestopften Eisbären begrüsst… Gespannt was uns erwartet, ging es mit dem Lift in den 12. Stock😝 Die Gänge zu den Zimmern erschienen uns endlos und glichen einem Labyrinth😅 Gebucht hatten wir ein Zimmer im Ryokan Stil mit Futonbetten auf dem Boden. Auch hier gab es wieder Hausschuhe für eine Grossfamilie – ich habe mich diesmal für meine Socken entschieden😊





Vom eigenene Balkon aus hatten wir direkten Blick auf die Hängebrücke die über den Kinugawa River gebaut wurde. Auch sonst hatten wir einen schönen Weitblick. Auf einer Laufrunde (Marc bei Dämmerung durch den Wald und ich durchs Dorf) merkten wir, wie ausgestorben der Ort war. Etliche riesige „Geister-Hotel-Komplexe“ verwucherten bereits seit Jahren. Wohl auch deshalb hat Kinugawa-Onsen einen melancholischen Ruf. In den 1970er und 1980er Jahren boomte der Kurort, bis zum Platzen der Japanischen Immobilienblase in den 1990er. Viele Hotels mussten aufgegeben werden und stehen seither leer. Ich stelle mir gerne vor, wie es an bestimmten Orten wohl vor 50 oder 100 Jahren ausgesehen hat – deshalb auch die kleine Internetrecherche zum Ort 😉






Zurück zu unserem Hotel: Halbpension gebucht – volles Esssaal Spektakel erhalten 🙂 Beim ersten Abendessen wurde wir von der inoffiziellen Kleiderordnung überrumpelt. Die Gäste trugen Yukatas, traditionelle japanische Morgenmänten mit Flipflops. Ich überredete mein Reisegrüppli tagsdarauf beim Frühstück auch so aufzuschlagen. Ob wir den Gürtel korrekt gebunden haben, können wir nicht abschliessend sagen. Einzig das Wickeln des Yukatas von rechts nach links und links über rechts wurde einwandfrei umgesetzt. Das umgekehrte Winkeln ist den verstorbenen vorbehalten… Die gemütliche Atmosphäre wollte nicht so aufkommen – umso spannender war das Beobachten der Mitbewohner 😉 Sei es die Mutter die praktischen durchgehen ihre zwei Jungs wieder einfangen musste bis hin zum jungen Mann, der sich ausschliesslich am Kinderbuffet mit Spathetti und Chicken-Nuggets eingedeckt hat. Schade nämlich, das Menu-Angebot war sehr gross und lecker. Nicht zu vergessen das Dessertbuffet welches von Teddy vorfreudig erwartet wurde.


In die berühmte Natur mit ihren Schluchten tauchten wir gerne. Beim Ticketkauf für die baldige Rückreise nach Tokyo hüpften wir in den Zug der uns zwei Minuten später ins Nichts fuhr. Die Wanderung führte uns von Ryukoyu zu den Nijimi und den Tategoto Falls bis zur Musasabi Brücke und zurück. Die knapp 4 Kilometer waren abwechslungsreich und spannen für den jüngsten Wandervorgel








Zum Abschluss in der Region Nikkō besuchten wir den „Edo Wonderland“ Park. Verkleidet hat sich nur unser kleine grosse Ninja Fan. Der Themenpark bildet die Edo Zeit (1603 – 1868) nach. Wir besuchten Ninja – und Samurai Shows, brätelten Reiscracker, übten uns im Pfeilbogenschiessen, fütterten Fische und last but not least: wir absolvierten das Ninja Training und sind nun stolze Besitzer des Ninja Ausweises 🙂 So konnten wir unseren Miniumweg vor Tokyo erfolgreich abschliessen!








