Die erste grosse Zugreise in Japan stand an. Wir fuhren in knapp 3 Stunden nach Matsumoto. Hier werden wir den Japanischen Alpen näher kommen und Bergluft schnuppern können. Bereits kurz nach der Abfahrt in Tokyo wurde es grüner und ländlicher und die schneebedeckten Berge sahen wir von Weitem🤩 Auf Matsumoto sind wir übrigens über einen Reisevlog auf Youtube gestolpert.


Erste (und wichtige☺️) Erkentniss beim Zugfahren auf Langstrecken: Essen ist nicht nur erlaubt sondern wird, gemäss unserer Last-Minute Recherche im Zug, schon fast ein wenig zelebriert. Unser „Häbchläb“ Picknick haben wir im Warteraum verschlungen (wir meinten irgendwo gelesen zu haben, man dürfe im ÖV nicht essen – gilt offenbar nur in der U-Bahn…) und unsere Mitreisenden packten ihre hübsch verpackten Bentoboxen aus und genossen ihre Mahlzeiten in vollen Zügen😅🍱
Zweite Erkenntnis bei der Ankunft: Hier ist nicht mehr so viel in Englisch angeschrieben. Auch die Angaben auf Google Maps waren in Tokyo zweisprachig aufgeführt, hier zeigt das Suchresultat nur noch japanische Schriftzeichen an😅 Zur Hilfe kommt das angegebene Perron, um immerhin bereits in die richtige Richtung laufen zu können:)
Gewohnt haben wir zum ersten Mal in einem Ryokan. Das tradionelle, japanische Gästehaus beherbergte neben uns noch Gäste in zwei weiteren Zimmern. Die faltbaren Futonmatrazen klappten wir zum Schlafen auf Bambus Tatami Matten aus. Hart aber überraschend bequem.



Abgsehen von den Hauptstrassen waren die Strassen im Einbahn-Verkehr organisiert und mit Fussgängern, trotz Gänsemarsch, eher knapp bemessen☺️ Die „Golden Week“ spürten wir hier deutlich mehr als in Tokyo. Viele Japaner sind in den längsten Ferien des Jahren auf Reisen und ebenfalls auf Entdeckungstour in der Stadt. Obwohl mehrere Stadtbusse auf unterschiedlichen Runden unterwegs waren, ist man zu Fuss viel schneller und sieht auch mehr.






Von Matsumoto aus besuchten wir am darauffolgenden Tag Narai-juku. Das Dorf ist eine der am besten erhaltenen historischen Poststationen Japans. Das Dorf liegt im Kisotal welches wir mit dem Zug erreichten und während der Edo-Zeit ein wichter Halt entlang der berühmten Nakasendō-Strasse war, die Kyoto mit Edo – dem heutigen Tokyo verband.
Bereits auf den ersten Schritten zum Dorf fühlten wir uns etwas wie in Ballenberg – oder wenn man in Eischoll durch den Wiichel läuft. Von der sonne gealterte Holzhäuser reihten sich eng aneinander. Bewohnte Häuser vermischten sich in der Nachbarschaft mit kleinen Snackständen, Handwerkslädeli oder kleinen tradiotionellen Lokalen. Wir entschlossen uns nach dem Dorfrundgang den Weg der alten Poststrasse zum Torii Pass einzuschlagen. Begleitet wurden wir von Bärenwarnschildern und Glocken. Die Bären scheinen mich in den letzten Jahren irgendwie zu verfolgen in den Ferien😝






Über Stock, Stein und zwischendurch durch „Gätsch“, überholten wir andere Wanderer und waren nach 3 Kilomtern und 270 Höhenmetern am Ziel. Offensichtlich haben wir einen kleinen begeisterten Wandervogel in der Familie der auch den Rückweg selbst gemeistert hat🥳






Zurück am Bahnhof habe ich mir den japanischen Satz für zwei Rückfahrt Billette bereit gelegt und ein bisschen stolz zum Bestem gegeben; der Billettverkäufer hatte offensichtlich Freude aber hat sicherheitshalber auf Englisch nachgefragt ob er mich richtig verstanden hat☺️ Der überfüllte Zug hat uns dann teils stehend, sitzend und schlafend zurück gebracht.
Den letzten Vormittag verbrachten wir auf den Spuren der Samurai & Ninjas. Hüpfend freute sich unser kleine grosse Fan:) Über steile Treppen stiegen wie bis unters Dach und hatten die beste Aus- und Weitsicht.






Tschüss Matsumoto, du hast uns gefallen❤️ Wir reisen weiter in die Berge und freuen uns auf Nagano wo 1998 die Olympischen Winterspiele stattgefunden haben❄️
