Auf Gefühlsachterbahn in Hiroshima

Am Bahnhof tauchten wir, wieder einmal, in ein Gewusel von Reisenden. Erstmals fallen uns deutlich mehr westliche Reisende auf als in unseren Stopps zuvor. Mehrheitlich Amerikaner die wie bisher nur vereinzelt angetroffen haben.

Kaum hatten wir das Bahnhofsgebäude hinter uns gelassen, schien die Stadt in endlose Weiten überzugehen. Die Strassen waren so breit (teils 6-8 spurig) und offen, dass sich Busse, Autos und Trams nicht in den Weg kamen.

Unsere Wahrnehmung täuschte uns nicht. Beim Wiederaufbau nach dem Atombomben Einschlag im Jahre 1945, wurde die Stadt systematisch neu geplant:

  • Allen Neuplanungen voran ging der sogenanntw Heiwa-odori / Peace Boulevard. Die Strasse mit 100 Metern Breite und 3.6 Kilometern, dienst als Grünstreifen.
  • Das Strassennetz wurde gitterförmig angelegt. Die Strassen wurden breiter um den Verkehrsfluss zu verbessern die auch als Brandschutzschschneisen diesen.
  • Hiroshima ist als „Stadt des Wassers“ bekannt und verfügt über viele Flusspromenanden (super für Laufrunden😊), Parks und viele Freiflächen in der Innenstadt.
  • Durch die breiten Strassen gilt Hiroshima auch als fussfängerfreundlichste / am besten zu Fuss begehbare Stadt Asiens.

Da die Atombombe als Luftdenotation in etwa 580 Meter Höhe explodierte, blieben Gebäude mit robusten Stahlbetonkonstruktionen stehen. Die Ruine der damaligen Handelskammer dient heute als Friedens/Atombombendom. Das Gebäude der ehemaligen Bank of Japan blieb ebenfalls stehen. Heute finden dort wechselnde Ausstellungen statt. Eine ältere Dame hatte Marc auf der Strasse angesprochen und davon erzählt. Der Besuch passte super ins Regenprogramm😊 Spannend für Teddy: die massiven Tresortüren und Räume die man auf einem Rundgang sieht. Aktuell konnt wir eine Fotoausstellung zur Migrationsgeschichte Hiroshimas besichtigen.

Beim Niedergang der Atombombe verloren schätzungsweise 140‘000 Menschen ihr Leben. Ihnen und den Hinterbliebenen wurde das Friedensmuseum gewidmet. Dieses besuchten wir nacheinander und ohne Teddy. Die Ausstellung war sehr bedrückend und bei all den Dokumentationen, Bildern und Gegenständen fehlen einem die Worte. Zum Schluss des Rundgangs wurde die Geschichte und Erfindung der Atombombe dokumentiert bevor es zur aktuellen Lage von Nuklearwaffen und deren Einsatz ging.

Die Stadt hat neben der Geschichte auch sonst viel zu bieten. Unser Highlight: Okonomiyaki – das Hauptgericht und der kulinarische Stolz Hiroshimas. Zutaten werden nach Lust und Laune auf dem Teppangrillfeld gebraten und beidseitig mit einer Omelette gedeckelt die, je nach Variante mit einer speziellen braunen Sauce bepinselt. Das beste Esserlebnis bietet das mehrstöckige Gebäude Okonomimura in dem sich 20 kleine Imbiss-Restauräntli befinden.

Für das Massenerlebnis begibt man sich auf die Insel Miyajima. Die Insel mit ihren kleinen Strässchen mit Lädeli und Restaurants ist fern ab der Besucher sehr schön. Der Itsukushima Schrein und das grosse Torii gehören zum Weltkulturerbe. Zu Fuss oder mit dem Bähnli hat man die Möglichkeit den Berg Misen zu besuchen. In Anbetracht der Menschenmassen und der Hitze, haben wir uns für einen Abstecher an den Strand entschieden. Die Meer- und Badesaison wäre hiermit eröffnet:) Für die, die es beim Picknicken gerne abenteuerlich mögen, setzt man sich auf ein Müürli und es geht keine 30 Sekunden, bis sich aufdringliche Sikarehe zu einem gesellen😜

Eher spontan besuchten wir am letzten Abend noch das Heimspiel des Baseballteams Hiroshima Carp. Wie bereits beim Fussballmatch in Tokyo stand das Spiel ganz unter dem Motto des Beisammensein und Essen. Unsere Bentoboxen hatten wir auch bereit:) Das Stadion füllte sich auch nach dem Start kontinuierlich weiter und pünktlich zum „Lucky Seven“ (im 7. Inning), begann das Luftballon Spektakel um das Heimteam für die entscheidende Schlussphase anzufeuern. Unsere Mannschaft hat gewonnen🥳

Morgen reisen wir weiter nach Naoshima🗾🏝️🖼️

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