Neuer Kontinent, neue Sprache & Heimweh – Peru

Der Alltag hat mich wieder…. fast! Kurz nach Mitternacht bin ich in Lima gelandet und wurde von Juan (oder doch Jose?!) abgeholt. Ausser Atem und etwas spät dran, war er überglücklich, mich eine halbe Stunde später als geplant doch noch aufzuladen. Sein Englisch war so gut wie mein Spanisch und ich hatte eher unfreiwillig meine 1. Spanischlektion. Die Fahrt durch die Nacht verlief so sehr schnell und amüsant. Stolz hat er über sein Land berichtet und mir Tipps gegeben. Glücklicherweise habe ich ihn más o meno verstanden. Ich war einfach nicht im Stande einen vernünftigen Satz zu bilden ohne Spanischkenntnisse. Leider, zu meinem Übel, kann nicht alles aus dem Italienischen 1:1 spanisch ausgesprochen werden;)
Ich wohne in Miraflores, dem wohl reichsten und westlichsten Distrikt von Lima. Zwischen neuen Wohnblöcken steht mein Daheim. Das Haus auf 2 Etagen und gemütlichem Garten hat
mich positiv überrascht. Ich hatte nicht mit einem derart guten Standard gerechnet. Charo, meine Gastmama lebt dort mit ihrer Mutter und deren Krankenschwester.
Nach knapp 4 Stunden Schlaf, hat mich Charo dann zur Schule begleitet. Der 40-minütige Weg vergeht im Nu und ich habe mich irgendwie auf den täglichen Spaziergang gefreut.
Gebucht habe ich zwei Tage Privatunterricht gefolgt von zwei Wochen in der Klasse. Ich muss ehrlich gestehen es war hart, nach über 5 Monaten reisen einem mehr oder weniger geregeltem Alltag nachzugehen.
Ich hatte auch sehr viel Zeit für mich, Zeit Familie und Freunde zu vermissen. Zudem stand noch Weihnachten vor der Tür. Die Tatsache, dass ich einen Tag vor dem 24. erfahren habe, dass meine Gastfamilie nicht feiert, hat mich doch etwas traurig gestimmt. War die Wahl bei einer Familie unterzukommen doch genau dafür gedacht, Weihnachten nicht alleine zu sein… Nach mindestens 5 Facetime-Sessions mit Familie und weiteren mit Freunden, habe ich den Abend dann schlussendlich bei einem Schulgspänli mit Kochen und Plaudern verbracht. Später spazierten wir dann an der Küste entlang zu Freunden, um uns bis spät in die Nacht bei „Stadt-Land-Fluss“ zu bekämpfen;) Weihnachten wird hier übrigens eher wie Silvester gefeiert. Gefeiert wird ab Mitternacht mit Feuerwerk und ab 2 Uhr ist Bescherung!
In der Schule ist leider nicht so viel los. Trotzdem habe ich ein paar nette Leute aus der ganzen Welt kennengelernt. Bei gemütlichen Essen in der Stadt, beim Surfen am Strand, dem ein oder anderen Pisco Sour oder dem Ausflug nach Paracas, den Islas Ballestas (phuu, hunderte Seelöwen auf einem Haufen stinken schüderli) und dem Sanddünen Erlebnis in Ica/Huacachina, verging die Zeit sehr schnell. Die Sanddünen waren übrigens ein super Erlebnis. Mit speziell umgebauten Fahrzeugen, ging die Sandachterbahnfahrt los und bei Zwischenstopps durfen wir auf Brettern den Hang runter rutschen. Boarden war mit den Klettverschluss-Bindungen leider nicht möglich. Spass hats trotzdem gemacht!

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Gefreut hat mich auch das Wiedersehen mit Daniel. Nach unserem Hawai’i Abenteuer ist er durch Peru gereist und verbrachte die letzten 2 Tage vor der Heimreise in Lima. Ein bekanntest Gesicht wiederzusehen hat gut getan. Nach einem peruanischen ZNacht (kein Meerschweinchen) ging es am nächsten Tag zuerst zu den Ruinen von Huaca Pucllana. Irgendwie sind wir dort in eine Führung gerutscht und konnten nicht mehr entfliehen. Immer wenn wir elegant davon huschen wollten, hat uns die Dame immer aufgefordert stehen zu bleiben da sie etwas erzählen wollte;) Als wir uns dann doch noch getraut haben, uns im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub zu machen, sahen wir bereits den Ausgang – jänu! Immerhin wissen wir jetzt, dass Meerschweinchen- und Lama Fleisch kein Cholesterin enthält; wer braucht da noch die kleinen, feinen Joghurt-Drinks die den Cholesterin-Spiegel senken?!;)
Mit dem Taxi ging es dann ins Zentrum von Lima. Der ausgesprochen gute Orientierungssinn des Mannes (mit Karte), bescherte uns einen gemütlichen Umweg durchs Musikquartier bevor wir die Plaza Major erreichten. Aufgrund einer anstehenden Demonstration, standen überall Gruppen von Polizisten mit Wasserwerfern oder hoch zu Ross. Die Plätze waren daher nicht zugänglich und die Strassen komplett überfüllt mit Einheimischen. Erschöpft und mit einem äusserst schicken Souvenir, konnten wir uns dann wieder zurück zur Hauptstrasse kämpfen. Nach Mitternacht ging es für Daniel dann zum Flughafen und für mich gehts in ein paar Stunden mit dem Nachtbus nach Arequipa. Ich bin gespannt ob die Busse auch so holprig unterwegs sind wie in Asien. Ihr werdet es erfahren! 🙂

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Ah und was ich fast noch vergessen habe zu erwähnen: hier gibt eine riesige Auswahl an feine Broten. Sogar für ein zVieri-Weggli mit Schoggolastängeli hats gereicht! Juhui, nach 6 Monaten fast nur Toastbrot, war das mein kleines Highlight! 🙂

 

 

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