Akklimatisieren in Argentinien

Im Norden Argentiniens ging es mit sommerlichen Temperaturen weiter. Spontan hatte ich mich entschieden, zwei Tage in Salta zu verweilen, bevor es nach Patagonien geht. Die gemütlichen Tage von Santa Cruz habe ich gleich weiter gezogen. Ich liess es mir aber nicht nehmen, auf den Hausberg San Bernardo zu spazieren. Das Höhentraining aus Peru und Bolivien hat sich bezahlt gemacht – die knapp 1200 Treppen des Kreuzweges zum Ziel habe ich wie ein junges Reh bezwungen;) Eine Gondelbahn gab es übrigens auch hier wieder. Hat die Bähnli Strecke in La Paz noch 30Rp. gekostet, kostete hier die Einzelfahrt bereits 8Fr.; auch das Essen und das Hostel war doppelt so teuer als in den Wochen zuvor.

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Nachdem ich zwei Tage Wärme getankt hatte, war ich gewappnet für das eher frischere Patagonien. Mit dem Flieger ging es via Buenos Aires nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Oder eben ans Ende der Welt, wie sich die Stadt auch vermarktet. Im Sommer wird es nie wirklich wärmer als 15 Grad und im Winter beträgt die Durchschnittstemperatur um die 0 Grad. Bevor es aber nach Feuerland ging, musste ich noch 4 Stunden am Flughafen todschlagen. Akku hatte ich keinen mehr – warum die Stecker am Flughafen anders sind als im Land selbst, ist mir heute noch ein Rätsel… So war also „People Watching“ angesagt! Das Transfer-Terminal glich eher einem Laufsteg. Ob als Christbaum mit Schmuck behängt (man/frau kann es auch übertreiben), in (zu) engen Leggings oder auf High-Heels wurde zwischen Duty-Free Shop, Toilette, Restaurant und Gate hin und her stolziert. Ich gehöre da eher zur Fraktion „ich mags lieber bequem“… Ich stell mir dann immer vor, wie die sich auf Stöckelschuhen im Dschungel auf Wassersuche begeben sollte der Flieger abstürzen – das geht ja mal gar nicht; nun gut, muss ja jeder selbst wissen:) So jetzt aber weiter.
Ushuaia begrüsste mich auch spät abends noch mit blauem Himmel und Sonne. Mein Daunenjäckli musste aber her… Die erste Nacht durfte ich mein Geburi-Geschenk einlösen und im Hotel mit eigenem Whirpool übernachten. Seit Lima hatte ich kein Zimmer, geschweige denn ein Badezimmer für mich alleine. Ein grosses Merci für die kurze Reise in den Luxus namens Privatsphäre.

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Der „Schock“ zurück in einem 6er Schlafsaal einzuchecken, war dann aber doch nur von kurzer Dauer. Das Zimmer mit 3-5 Fremden zu teilen gehört bereits zum Alltag und oft entstehen gute Gespräche oder man reist sogar zusammen weiter.
In Ushuaia soll ich auf keinen Fall länger als 1-2 Nächte bleiben hiess es immer. Ich versuche neue Städte immer selbst zu entdecken und Vorurteile Vorurteile sein zu lassen. Diese Strategie hat mich bis jetzt noch nie enttäuscht und ich gewinne jedem noch so kleinen Örtchen etwas Positives ab.

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Einen Tag vor der Reise nach Chile stand der Besuch der Pinguine an. Die Pinguine waren sich Touristen bereits gewohnt und kamen teils sehr nahe an uns ran.

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Nach 2 Tagen hatte ich mich an das kühlere Klima gewöhnt und so ging die Reise weiter. Meinen Bus-Sitznachbar hatte ich bereits im Ticket-Büro kennengelernt. Desmond aus Hongkong war dem Reiseleiter im Bus aber irgendwie ein Dorn im Auge. Die Frage ob wir zusammen reisen, hatte ich noch mit nein beantwortet da ich generell zusammen reisen verstanden hatte. Darauf hin hatte er ihn gebeten doch bitte wo anders zu sitzen, dass er neben mir sitzen kann… Entsprechend verwirrt war er dann, als ich sagte dass wir aber schon amigos seien;)
Zum Picknicken im Bus hatte ich übrigens noch feines Brot, Trockenfleisch und Käse eingepackt. Bravo, Lebensmittel in dieser Form darf man nicht über die Grenze nehmen. Als Sandwich verpackt, hatten auch die Hunde am Zoll nichts zu bemängeln. Anstelle der Scannern kommen hier nämlich Hunde zum Einsatz. Alle stehen in einer Linie und die Labradore laufen ab und beschnuppern das Gepäck. Mal was anderes!
Nach einem Tag im Bus und einem kurzen Abstecher auf die Fähre, erreichten wir Punta Arenas. Während der Fährenfahrt wurden wir noch von Delfinen begleitet was auch wieder einmal etwas nicht Alltägliches war.

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Am Busterminal habe ich zudem noch meinen Wandersupport für die darauffolgenden Tage aufgegabelt. Mehr zum Abenteuer 5-Tages-Wanderung gibts dann im nächsten Beitrag:)

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