W wie Wandern

Die Busfahrt nach Puerto Natales habe ich wie so oft verschlafen.
Kurz nach Mittag trafen wir im Hostel ein. Die Minnie Mouse Bettwäsche war richtig heimelig und wir fühlten uns gleich pudelwohl;) Unterwegs bin ich mit Schweizer-Wanderunterstützung. Wir sind uns beim Busterminal in Punta Arenas über den Weg gelaufen und bei einem feinen Z’Nacht, wurden spontan gemeinsame Wanderpläne geschmiedet.
Simon hatte sich bereits grob über die Wanderung informiert und erhielt zudem noch Tipps von Reisekollegen. Zelt, Kochutensilien und den Schlafsack konnten wir gleich im Hostel mieten. Wir waren beide nicht wirlklich vorbereitet um 5 Tage zu wandern, geschweige denn zu zelten.
Nächste Herausforderung: Einkaufen für 5 Tage – Suppe, Pasta, Toastbrot, gaaanz viele Würstchen, Käse, Aufschnitt, den besten Senf der Welt und für zwischendurch Riegel und Äpfel. Ah und nicht zu vergessen das halbe Kilo Nüsse, getrocknete Erdbeeren und 2 Gläschen Babyfutter. Jaaa, Babyfutter – ist doch praktisch: eine super Mahlzeit in einem Glas und erst noch ohne zu Kochen! Zur Entlastung des Herrn: das ist auf meinen Mist gewachsen:)
Nachdem die nächste Herausforderung namens Packen geschafft war, waren wir also bereit. Mein Rucksack war allerdings bestimmt schwerer…
Unser Ziel: das berühmte „W“ im Nationalpark Torres del Paine. „W“ dehalb, weil die Route auf der Karte einem W gleicht.
Früh morgens ging es mit dem Bus drei Stunden in Richtung Nationalpark wo das Abenteuer startete.

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Tag 1 – 10km/200Hm:
• Parkeintritt kaufen
• Campingplatz für den 4. Tag vorreservieren
• Instruktionen befolgen
• mit dem Boot zum Camp 1 / Refugio Paine Grande fahren
• wettertechnisch 4 Jahreszeiten durchwandern
• mit Gepäck zum Camp 2 / Refugio Grey watscheln um am nächsten Tag denselben Weg wieder zurück zu laufen. Ist uns bei der Planung nicht wirklich aufgefallen. Jänu, wir haben den Hin- und Rückweg sehr genossen:)
• Abendspaziergang zum Gletscheraussichtspunkt
• Snickers
• 400g Pasta in einer viel zu kleinen Pfanne kochen
• im Schlafsack frieren (ich)
• nachts bei Wind und Regen weggewindetes Küchenzeugs inklusive fremder Socken einsammeln (merci Simon)

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Tag 2 – 18km/200Hm:
• froh, dass es nicht mehr regnet
• Frühstück: 1 Becher Multivitamin- äh Pfirsichsaft, Toast mit Fleischaufstrich
• nasses Zelt einpacken
• Zurück zum Camp 1
• Schinken-Käse-Sandwich zum z’Mittag mit dem besten Senf der Welt
• ein kurzes Nickerchen in der Sonne
• weiter Richtung Camp 3 / Italiano
• Schatten von Wolken im See werden zu Bäumen, oje meine Augen
• vor dem WC-Häuschen nach einem Blick in den Himmel im Stehen einschlafen und aufs Füdli plumsen – nur ein bitzeli peinlich…
• Snickers
• Suppe mit Würstchen
• eine Schicht mehr im Schlafsack und endlich warm

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Tag 3 – 10km/500Hm:
• Frühstück: Pfirsichsaft ohne Becher; den Abwasch können wir uns jetzt sparen, Toast mit Fleischaufstrich
• Wanderung zum Mirador Britanico
• Z’Mittag: Schinken-Käse-Sandwich mit dem besten Senf der Welt; der Käse wird nicht weniger aber ich immer mehr zum Sandwich-Profi
• das Brösmeli-Monster schlägt wieder zu
• der Rucksack wird nicht leichter
• kurze Abkühlung im Gletschersee Nordernskjöld und sünnelen bis es uns weg windet
• Simons Rucksack wurde übrigens weggeweht; endlich der Beweis: meiner ist schwerer! Böse Zungen behaupten meiner hätte einfach eine aerodynamischere Form:)
• Endspurt zum Camping Los Cuernos
• Snickers
• Zelt zwischen Gebüschen einklemmen
• Pasta, diesmal in zwei Aufgüssen
• ich habs aufgegeben bequem zu schlafen

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Tag 4 – 20km/850Hm:
• Frühstück: nix Neues… Pfirsichsaft und Toast mit Fleischaufstrich
• Snickers
• irgendwie geht es heute nur bergauf
• wehmütig geniessen wir unser letztes Schinken-Käse-Sandwich mit dem besten Senf der Welt. Neu auf dem Menuplan: Ragout, Rüebli und Kartoffeln aus dem Glas. Simon isst lieber ein paar Riegel:)
• Wasserschlacht am Bach zur Freude einer Asiatin
• deutlich früher als erwartet, treffen wir im letzten Camp Torres ein
• unser Zelt steht immer schneller und besser
• Snickers
• spontan wandern wir noch weiter zum Mirador Las Torres
• zum letzten Mal Suppe mit Würstli

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Tag 5 – 15km/300Hm:
• Wecker um 4:10
• im Dunkeln wandern wir erneut zum Mirador Las Torres, zum Glück haben unsere Natels eine integrierte Taschenlampe; als Wanderprofis sind wir selbstverständlich super ausgerüstet!
• frieren bis die Sonne kommt; sie lässt auf sich warten – 2 Stunden – aber es hat sich gelohnt!
• fertig Pfirsichsaft, fertig Toast und Fleischaufstrich
• 2 Tassen Kaffee und eine Packug Biscuits auf dem Rückweg
• der Rucksack ist fast leer, 500g Nüsse (!), ein Sonntagsmenu im
Glas und ein paar Riegel schaffen es mit ins Tal:)

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Müde blicke ich auf 5 unvergessliche Tage zurück. Muskelkater habe ich mehr vom Lachen als vom Wandern; Merci dafür! 🙂
Das Wetter hat super mitgespielt und wir freuten uns auf Minnie Mouse, einen selbstgemachten Zopf und noch mehr Würstchen mit dem besten Senf der Welt!

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